Text-Content: Künstliche vs. menschliche Intelligenz
In der aktuell überhitzten Debatte darüber, ob KI nun paradiesische Verheißung oder Apokalypse bedeutet, wird allzu oft die grundlegende Funktionsweise von KI-Algorithmen aus den Augen verloren.
Diese besteht in der Re-Kombination vorhandener Informationen und der statistischen Berechnung von Wortfolgewahrscheinlichkeiten.
Das macht KI zu einem in vielen Bereichen revolutionären „Tool“. Einem „Werkzeug“ eben, das helfen kann, rein pragmatische Probleme zu lösen. Allein: „Intelligent“ im strengen Sinn ist sie nicht.*
(* „Die Zuschreibung menschlicher Eigenschaften öffnet die Tür zu […] Überhöhungen“. Rainer Mühlhoff, Mathematiker und Philosoph)
Das hat insbesondere auch auf den Bereich der textlichen Content-Produktion weitreichende Folgen — die schlussendlich auch auf die „Suchmaschinenoptimierung“ gravierenden Einfluss hat.
Denn gerade in Sachen Text wurde das vermeintliche Sprachvermögen der KI geradezu blitzartig als Meilenstein gefeiert.
KI und Textinhalte
Wer sollte so „dumm“ sein, weiterhin Geld und Zeit für Texte aufzuwenden, wenn die KI das in Sekunden genauso erledigt?
Nun: Das ist eine Frage
+ der Notwendigkeit,
+ der inhaltliche Tiefe und Komplexität des Sachverhalts
+ dem Grad der Innovation und Individualität
+ sowie des qualitativen und stilistischen Anspruchs.
Für diejenigen, denen die Rekombination von allgemeinen Fakten, bereits publizierten Informationen und bestehenden Formulierungen zu einem Thema genügt und die unter einem Text in erster Linie eine formale Zusammenführung von Daten verstehen, ist die KI völlig ausreichend.
Alle anderen hingegen
+ insbesondere diejenigen, die mit originären Ideen, Themen und echten Innovationen befasst sind, über die es noch keine Informationen gibt
+ oder sich mit spezialisierten, diffizilen, komplexen Themen beschäftigen und darauf angewiesen sind, ihrer Zielgruppe — auch im Sinn der Wertschätzung — einen substanziellen Mehrwert an Informationen zu liefern, sollten tunlichst weiterhin auf die Kooperation mit professionellen Textarbeitern setzen.
Immerhin geht es bei ihnen um die erfolgreiche Kommunikation im Sinne eines Wissenstransfers, die durchwegs menschliche Kompetenzen voraussetzen, um deren Alleinstellungsmerkmale auf den Punkt zu bringen:
a) ein intellektuelles Verständnis in die Thematik und die Marke
b) ein empathisches Einfühlungsvermögen in die „buyers persona“ und
c) die sprachliche Fähigkeit, a) und b) wirkungsvoll und überzeugend zu verbinden.
Werden diese schließlich gezielt mit den Potenzialen der KI kombiniert, klappt’s auch mit der SEO.
KI, Sprache und SEO
Wer — auch in Hinblick auf die eigene Autorität und Expertise — ehrlich daran interessiert ist, Informationen mittels komplexer und nicht maschinell generierter sprachlicher Mittel plastisch erlebbar zu machen, hat auch in Sachen SEO die Nase vorn.
Denn trotz aller technischer Optimierung von Text-Inhalten mithilfe von Plug-ins und dergleichen, bedient diese bloß die eine Seite der SEO-Medaille. Und bekanntlich sollte man die Rechnung nie ohne den Wirt machen, und dieser heißt: Google.
Das bedeutet zum einen, dass jeder übertriebene Versuch, die Google Algorithmen technisch zu überlisten ebenso abgestraft wird, wie Inhalte, die als rein maschinell hergestellt und „suchmaschinenoptimiert“ erkannte werden. Und das werden sie.
Zum anderen — und textlich entscheidend— bedeutet dies, dass Google die inhaltliche Komplexität der Sprache bewertet. Und dazu zählen originär sprachliche, rhetorisch-strukturelle, erzählerische und stilistische Mitteln sowie dramaturgische Techniken, metaphorische Kunstgriffe und Sprachbilder, die vielmehr der Literatur entlehnt sind und im Bereich der Gebrauchsprosa als „stoytelling“ bezeichnet werden.
Und das ist die zweite Seite der Google -Medaille: Google mag Content aus handwerklicher Einzelproduktion und keine maschinelle Massenware von der Stange.
Ein Fall für den Text-Profi, der die Inhalte zudem mit zusätzlichem Wissen bereichern, Querverbindungen bauen, Worterklärungen beisteuern, Hintergrundinformation einstreuen und sie anekdotisch wie aphoristisch einzigartig machen kann.